Barrierefreie Website
Eine barrierefreie Website lässt sich auch mit Tastatur, Screenreader oder bei Sehschwäche nutzen, weil Kontrast und Bedienung dafür gebaut sind.
Auch: Barrierefreiheit, Web-Barrierefreiheit, barrierefreie Webseite, WCAG
Barrierefreie Website, einfach erklärt
Eine barrierefreie Website kann von möglichst allen Menschen genutzt werden, auch von Menschen mit Seh-, Hör-, Bewegungs- oder Lernbeeinträchtigungen. Das hilft auch im Alltag: bei grellem Sonnenlicht auf dem Handy, mit nur einer Hand oder bei müden Augen. Typische Bausteine sind ausreichender Kontrast, Bedienung mit der Tastatur, ein sichtbarer Fokus, Alternativtexte für Bilder, beschriftete Formularfelder und eine saubere Überschriftenstruktur.
Der Maßstab sind die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) des W3C. Aktuell ist Version 2.2, als Empfehlung im Oktober 2023 erschienen und in der heutigen Fassung vom 12. Dezember 2024. Sie baut auf Version 2.1 auf und ergänzt neun Erfolgskriterien, etwa zur Größe von Schaltflächen und zur zugänglichen Anmeldung. Die Kriterien sind in die Stufen A, AA und AAA eingeteilt, als Ziel gilt meist Stufe AA.
Vieles lässt sich selbst prüfen: Kommen Sie ohne Maus durch Menü und Formular, und sehen Sie dabei, wo Sie gerade sind? Lässt sich die Schrift auf 200 Prozent vergrößern, ohne dass Inhalt verloren geht? Automatische Prüfwerkzeuge finden nur einen Teil der Probleme, eine Prüfung von Hand bleibt nötig. Wer Bewegung einsetzt, sollte die Systemeinstellung „reduzierte Bewegung“ beachten.
Barrierefreiheit ist immer sinnvoll, rechtlich verpflichtend ist sie nur in bestimmten Fällen. Welche das sind, erklärt der Eintrag zum BFSG. Dieser Text dient der Orientierung und ist keine Rechtsberatung, die Prüfung liegt bei Ihrer Beratung.
Worauf Sie achten sollten.
Kontrast und Schriftgröße
Text muss sich klar vom Hintergrund abheben und sich vergrößern lassen, ohne dass Inhalt verloren geht.
Ohne Maus bedienbar
Alle Links, Menüs und Formulare müssen mit der Tastatur erreichbar sein, und der Fokus muss sichtbar bleiben.
Bilder und Formulare beschriften
Aussagekräftige Bilder brauchen einen Alternativtext, jedes Formularfeld eine sichtbare Beschriftung.
Bewegung abschaltbar
Wer in den Systemeinstellungen reduzierte Bewegung wählt, sollte keine erzwungenen Animationen sehen.
Fragen.
Was bedeutet WCAG 2.2?
WCAG 2.2 sind die Web Content Accessibility Guidelines des W3C in der Version 2.2. Sie enthalten prüfbare Erfolgskriterien in den Stufen A, AA und AAA und ergänzen Version 2.1 um neun Kriterien.
Wie prüfe ich, ob meine Website barrierefrei ist?
Automatische Werkzeuge erkennen nur einen Teil der Probleme. Wichtig ist zusätzlich die Prüfung von Hand: mit der Tastatur durchklicken, auf 200 Prozent vergrößern und Kontraste kontrollieren.
Ist eine barrierefreie Website Pflicht?
Nicht für jede Website. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt für bestimmte Angebote, etwa den Online-Verkauf an Verbraucher. Einzelheiten stehen im Eintrag zum BFSG.
Verwandte Begriffe.
BFSG
Das BFSG verpflichtet seit dem 28. Juni 2025 bestimmte Anbieter, Produkte und Dienstleistungen für Verbraucher barrierefrei zu gestalten.
UX/UI-Design
UX/UI-Design verbindet die Gestaltung der Nutzererfahrung (UX) mit der Gestaltung der Oberfläche (UI), also Ablauf und Aussehen.
Responsive Design
Responsive Design bedeutet, dass sich eine Website automatisch an die Bildschirmgröße anpasst, vom Smartphone bis zum großen Monitor.
Webdesign
Webdesign ist die Gestaltung einer Website: Aufbau, Layout, Farben, Schrift und Bilder, damit Besucher sich zurechtfinden und handeln.
Quellen
- W3C: Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2, abgerufen am 14.10.2026
- W3C WAI: What is new in WCAG 2.2, abgerufen am 14.10.2026
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Leon Werner, Straubing
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